Erde

Valpolicella

In der Valpolicella, aber sicher auch in anderen Weingegenden, sind Erde, Arbeit und Wein miteinander verwurzelt und verbunden durch ein sehr altes Band, das immer neue Eigenschaften, neue Aspekte angenommen hat und noch annimmt, neue Gründe um von Mal zu Mal neu zu gestalten, von Generation zu Generation, um Erfahrung, Vernunft, Tradition und Kreativität übereinstimmen zu lassen.

Hier genügt es nicht die Erde zu bebauen, man muss sie gestalten, einmeisseln zu Terrassen und Stufen, eindämmen mit Trockensteinmauern, die jeweils nach Hanggefälle und Exposition zu entwerfen sind.

Unsere Geschichte

Die Trockensteinmauern oder marogne sind im Laufe der Zeit entstanden, wie von selbst, durch die Anhäufung von Steinen, von welchen man Tag für Tag versuchte die Böden zu befreien. Die Steine, ein Hindernis das die Rebbauern mit ihrem Geschick zu einem zweckvollen Mittel von ästhetischem Wert verwandelt haben.

Die Trockensteinmauern stellen heute in der Tat ein Denkmal für den Sinn, für das Mass und die ökologische Gewandtheit unserer Vorfahren dar. Sie zu erhalten und aufzuwerten hilft den kleinen Rest des Kontaktes mit einer Tradition zu erhalten, die durch die Jahrhunderte entstanden ist, und die Erfahrung zu würdigen, durch diese Bemühung das ganze Gebiet unter Kontrolle zu bringen, besser bebauen und das Beste herauszuholen ohne den natürlichen Lebensfluss zu zerstören.

Dieser Lebensfluss wollte man überall eindringen lassen. Der Boden war kostbar und man konnte ihn nicht verschwenden. So wurde jedes Stück Boden, auch noch so klein und arm zweckmässig genutzt. Ein Waldhang lieferte zum Beispiel Stützpfähle für den Rebberg, Eicheln für die Schweine, Laub als Futter oder Lager für das Vieh., Gerten um die Garben zusammenzubinden, sogar Kastanien oder Nüsse, Birnen und Aepfel, wenn vom Hang der Wald gerodet und zu Wiese gemacht wurde.

Auch jeder Tropfen Wasser war kostbar, das Trinkwasser, kanalisiert zu immer sauberen Brunnen geführt, wie auch das notwendige Wasser zum bewässern der Felder oder zum drehen der Mühlräder.

Jede Wasserquelle wurde gepflegt, fast erzogen und, um ganz sicher zu gehen, fand häufig neben oder über einen Brunnen ein Heiligenbild oder ein Sakralsymbol platz.

Das Sakrale wurde in der ganzen Umgebung verteilt: an den Kreuzungen ein majestätisches Steinkreuz, kleine Kreuze aus gesegnetem Olivenholz am Ende der Rebenreihen um sie vor Hagel und anderen unerwünschten Ereignissen zu schützen.